Ramontik

*1871/1966 Rheinprovinz/Westfalen
1933/2033 Deutsches Arm
Stilrichtung, die folgende Grundsätze hatte:
  (1)  Der Baum der Erkenntnis ist nicht der des Lebens.
  (2)  Es sei denn, daß wir umkehren und werden wie die Kinder.
  (3)  Das Reich der Phantasie ist gleich einem Kurbad.
  (4)  Der Künstler ist kein Gott, sondern auch nur ein Mensch.
  (5)  Wahrheit ist kein Künstler, sondern gleich einem Orientierungsstern.
  (6)  Ein ramontisches Werk ist kein Bilderrätsel, sondern ein Ahnen.
  (7)  Dressur nährt kein Leben, sondern behindert dieses.
  (8)  Es gibt Schuld, aber nie einen Alleinschuldigen.
  (9)  Das Gute lebt, nur ist’s keine Frucht vom Baum der Erkenntnis.

(10)  Am Ende wird alles gut.

(11)  Die Ramontik will unter Menschen Hierarchie durch Augenhöhe ersetzen.

(12)  Kann denn Liebe sterben?
vgl auch  → artur,  Mährchen,  Stückwerk,  stückwerken
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Ist’s von Gott,
was dankt ihr mir dafür?
Ist’s aber nicht von Gott,
was dankt ihr mir dafür?
(Leitsatz von artur, *1871/2017;
vielleicht angeregt von Johann Sebastian Bach und Matthias Claudius)

 

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Gedanken der Ramontik

                             

1
Der Baum der Erkenntnis ist nicht der des Lebens.
{Manfred um Mitternacht auf einer gotischen Galerie zu sich selbst;  in:
George Gordon, Lord BYRON (EA 16.6.1817): Manfred, a Dramatic Poem, I:1:012:
The Tree of Knowledge is not that of Life}
Ist die Suche nach Erkenntnis also Vergeudung?
Kann ich aber auf Erkenntnis verzichten,
wenn ich auf Wahrheit prüfe?

                                 

2
„Es sei denn, daß ihr euch umkehrt
und werdet wie die Kinder.“
{JESUS zu seinen Jüngern;  in:
Lutherbibel, 1912, aus Matthäus 18:3}
Durch Dressur von außen?
Oder durch Ernähren des inneren Lebens?

                             

3

Das Reich der Phantasie

Ist das Reich der Phantasie
gleich einer Mietwohnung?
Oder gleich einem Gefängnis?
Oder gleich einem Kurbad?

                           

4
Der Künstler ist kein Gott,
sondern auch nur ein Mensch.
Einem Hausierer gleich,
der viel zuviel menschlichen Tand
in seinem Angebot hat?
Oder gleich einem betrügerischen Alchimisten?
Woher aber das echte Gold?

                          

5
Wahrheit ist kein Künstler,
sondern gleich einem Orientierungsstern.
Ist also die Wahrheit außer mir?
Kann ein Mensch Wahrheit erfassen?
Ist die Behauptung jemals wahr:
Ein Mensch sagt,
er sage die Wahrheit?

                             

6
Ein ramontisches Werk ist kein Bilderrätsel,
sondern ein Ahnen.
Ist also der Ramontiker nie Schaffender?
Entsteht das ramontische Werk
also in den Aufnehmenden?
Immer wieder neu?
Und anders?
Und nur als Stückwerk?

                            

7
Dressur nährt kein Leben,
sondern behindert dieses.
Wozu also Gebote verbreiten?

                            

8
Es gibt Schuld,
aber nie einen Alleinschuldigen.
Darf der Ramontiker also Menschen anklagen?
Oder nur Fehlverhalten beklagen?

                              

9
Das Gute lebt,
nur ist’s keine Frucht vom Baum der Erkenntnis.
Wo finde ich die Früchte des Lebens?

                                   

10

Am Ende wird alles gut.

Wer weiß das schon

vor nachher?

Nur Sisyphos?

In den alten Zeiten,

wo das Wünschen noch geholfen hat,

lebte ...

                                

11

Die Ramontik will unter Menschen

Hierarchie durch Augenhöhe ersetzen.

Wozu sollte ein Ramontiker Jünger sammeln,
wenn doch bereits jeder Mensch
Göttliches in sich trägt?
Die Ramontik kann und will lediglich jeden ermutigen,

die empfangenen Gaben auf Augenhöhe mitzuteilen

und weiterzuwandern,
heimwärts.

                                  

12
Kann denn Liebe sterben?
(artur, *2019+22.1.2026)

 

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