Familie als Schlagwort für 69 Zitate
incl. Abba, Bruder, (brüderlich), Eltern, gebären, (geboren), (Geburt), Leibesfrucht, Mutter, niederkommen, Schwester, Sohn, Tochter, Vater
vgl auch → abstammen, angehören, Blut, Ehe, Ehefrau, Ehemann, Ehepaar, Elternhaus, Enkelkind, gehören, Gemeinschaft, Großeltern, Harmonie, Haus, Junge, Kind, Kirchengemeinde, mit, miteinander, Nest, Partnerschaft, umgeben, verbinden, Verwandtschaft, wir, Zuhause, zusammengehören;
≠ Fremde / Fremder
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Als gesonderte Bereiche dieser Unterseite werden nachstehend aufgeführt (in Klammern: Anzahl der jeweiligen Zitate):
#Abba (≈ Papa) (2)
#Bruder (13)
#Eltern (1)
#Familie (3)
#gebären (incl. geboren, Geburt; 4)
#Leibesfrucht (1)
#Mutter (10)
#niederkommen (1)
#Schwester (div.) (2)
#Sohn (9)
#Tochter (1)
#Vater (22)
Mit der Tastenkobination Strg + F können Sie ganz unten ein Suchfeld öffnen und dort das gesuchte Stichwort mit vorangestelltem # eingeben und dann mit den Pfeilen neben dem Suchfeld auf dieser Unterseite suchen.
_____Selbstverständlich können Sie das sogenannte Rautezeichen # auch fortlassen und eine Volltextsuche auf dieser Seite starten; dabei riskieren Sie es jedoch, daß Sie das gesuchte Zitat nicht finden, weil dort das Stichwort in einer gebeugten Form oder in einer älteren Schreibweise verwendet wird.
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#Abba (≈ Papa)
incl.
vgl (neben den tags auf dieser Seite) auch → Kind, Zärtlichkeit;
≠ Angst, fürchten (≈ Angst haben),
Schimpfwort
***
Denn ihr habt nicht
einen knechtischen Geist empfangen,
daß ihr euch abermals fürchten müßtet;
sondern ihr habt
einen kindlichen Geist empfangen,
durch welchen wir rufen:
»Abba, lieber Vater!«
(PAULUS, ein Apostel Jesu Christi,
in seinem Brief an die Christen zu Rom = Roma-RM/I; in:
Lutherbibel, 1912, Römer 8:15)
{Glosse: vgl → KalenderQouz zum 25.2.2023}
***
Weil ihr denn Kinder seid,
hat Gott gesandt den Geist seines Sohnes
in eure Herzen,
der schreit:
„Abba, lieber Vater!“
(PAULUS an die christlichen Gemeinden zu Galatien/TR; in:
Lutherbibel, 1912, Galater 4:6)
***
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#Bruder
incl. brother (GB), Brüder, brüderlich, Brüderlichkeit
vgl (neben den tags auf dieser Seite) auch → angehören, Freundschaft, Gemeinschaft, Harmonie, Herzlichkeit, Josef / Joseph, Kain, Kirchengemeinde, Mann (Geschlecht), mit, miteinander, Mitmensch, Nächstenliebe, verbinden, Verwandtschaft, wir, zusammengehören;
≠ Feindschaft, Gegner / Gegnerin, gewissenlos,
verantwortungslos, Widersacher / Widersacherin
***
Wünschet Jerusalem Glück!
Es möge wohl gehen denen,
die dich lieben!
Es möge Friede sein in deinen Mauern
und Glück in deinen Palästen!
Um meiner Brüder und Freunde willen
will ich dir Frieden wünschen.
Um des Hauses willen des HERRN,
unsers Gottes,
will ich dein Bestes suchen.
(König DAVID; in:
Lutherbibel, 1912, Psalm 122:6-9)
***
{9:3 bzw 4} „{...} Ein jeglicher hüte sich vor seinem Freunde
und traue auch seinem Bruder nicht;
denn ein Bruder unterdrückt den andern,
und ein Freund verrät den andern.
{9:4 bzw 5} Ein Freund täuscht den andern{,}
und {sie} reden kein wahres Wort;
sie fleißigen sich darauf,
wie einer den andern betrüge,
und {es} ist ihnen leid,
daß sie es nicht ärger machen können.
{9:5 bzw 6} Es ist allenthalben eitel Trügerei unter ihnen,
und vor Trügerei wollen sie mich nicht kennen“,
spricht der HERR.
(GOTT der HERR über sein Volk,
wiedergegeben durch den Propheten JEREMIA; in:
Lutherbibel, 1912, Jeremia 9:3-5 (bzw 9:4-6))
***
{31:33} {...} „Ich will mein
Gesetz
in ihr Herz geben
und in ihren Sinn schreiben;
und sie sollen mein Volk sein,
so will ich ihr Gott sein;
{31:34} und wird keiner den andern
noch ein Bruder den andern lehren
und sagen: »Erkenne den HERRN«,
sondern sie sollen mich alle kennen,
beide, klein und groß“,
spricht der HERR.
„Denn ich will ihnen ihre Missetat vergeben
und ihrer Sünden nimmermehr gedenken.“
(GOTT der HERR über sein Volk,
wiedergegeben durch den Propheten JEREMIA; in:
Lutherbibel, 1912, aus Jeremia 31:33-34)
{Glosse: vgl → KalenderQouz zum 11.3.2023}
***
{10:29} Jesus antwortete und sprach:
„Wahrlich, ich sage euch:
Es ist niemand,
so er verläßt Haus
oder Brüder oder Schwestern,
oder Vater oder Mutter,
oder Weib oder Kinder,
oder Äcker
um meinetwillen
und um des Evangeliums willen,
{10:30} der nicht 100fältig empfange:
jetzt in dieser Zeit
Häuser
und Brüder und Schwestern
und Mütter und Kinder
und Äcker
mitten unter Verfolgungen;
und in der zukünftigen Welt das ewige Leben.“
(JESUS zu seinen Jüngern
nach der Begegnung mit dem reichen Jüngling,
wiedergegeben durch den Evangelisten MARKUS; in:
Lutherbibel, 1912, Markus 10:29-30)
{Glosse: vgl → KalenderQouz zum 10.2.2024}
***
Hütet euch!
So dein Bruder an dir sündigt,
so strafe ihn;
und so es ihn reut,
vergib ihm.
Und wenn er 7mal des Tages an dir sündigen würde
und 7mal des Tages wiederkäme zu dir und spräche:
„Es reut mich!“
so sollst du ihm vergeben.
(JESUS zu seinen Jüngern; in:
Lutherbibel, 1912, Lukas 17:3-4)
{Andere Übersetzung:
Achtet darauf:
So ein Kind deines Himmlischen Vaters an dir sündigt,
so hilf ihm wieder zurecht;
und so es dieses Kind reut,
vergib ihm.
Und wenn es 7mal des Tages an dir sündigen würde
und 7mal des Tages wiederkäme zu dir und spräche:
„Es reut mich!“
so darfst und mußt du ihm vergeben;
denn dein Himmlischer Vater handelt gleichalso.}
***
Da sie aber das hörten,
ging's ihnen durchs Herz,
und sie sprachen zu Petrus
und zu den andern Aposteln:
„Ihr Männer, liebe Brüder,
was sollen wir tun?“
(Die Zuhörerinnen und Zuhörer
der Pfingstpredigt des Simon Petrus
im Tempel von Jerusalem-JM/IL,
wiedergegeben durch den Evangelisten LUKAS
in dessen Bericht an Theophilus; in:
Lutherbibel, 1912, vgl Apostelgeschichte 2:37)
{Glosse: vgl → KalenderQouz zum 12.2.2025}
***
Die brüderliche Liebe untereinander
sei herzlich.
Einer komme dem andern
mit Ehrerbietung zuvor.
(PAULUS an die Christen zu Rom = Roma-RM/I; in:
Lutherbibel, 1912, aus Römer 12:10)
***
Es ist besser,
du tuest nichts,
daran sich dein Bruder stößt
oder ärgert,
oder schwach wird.
(PAULUS an die Christen zu Rom = Roma-RM/I; in:
Lutherbibel, 1912, aus Römer 14:21)
***
Haben wir nicht auch Macht,
eine Schwester zum Weibe mit umherzuführen
wie die andern Apostel
und des HErrn Brüder und Kephas?
(PAULUS an die Christen zu Korinth = Korinthos-J/GR; in:
Lutherbibel, 1912, 1. Korinther 9:12)
***
{2:17} Daher mußte er{, Jesus,} in allen Dingen
seinen Brüdern gleich werden,
auf daß er barmherzig würde
und ein treuer Hoherpriester vor Gott,
zu versöhnen die Sünden des Volks.
{2:18} Denn worin er gelitten hat
und versucht ist,
kann er helfen denen,
die versucht werden.
(Lutherbibel, 1912, Hebräer 2:17-18)
{Glosse: vgl → KalenderQouz zum 9.3.2024}
***
He ain’t heavy, he’s my Brother
D v. a.: Bob RUSSELL
(*25.4.1914 Passaic-NJ/USA als Sidney Keith Rosenthal;
†18.2.1970 Beverly Hills-CA/USA durch Lympdrüsenkrebs), EA 1969,
nach einer Anekdote von James WELLS, EA 1884,
und dem Titel von Roe FULKERSON, EA x.9.1924;
K v. a.: Robert SCOTT
(*24.1.1937 New York-Bronx-NY/USA;
†5.11.1990 New York City-NY/USA);
I: Kelly Gordon
(*19.11.1932 xy/USA;
†1.8.1981 xy/USA angeblich durch Krebs), 1969
I: The Hollies,
(*24.12.1962 Manchester-MAN/UK), 1969
lv: Alan Clarke (*5.4.1942 Salford-MAN/UK)
(EA 19. oder 26.9.1969;
30.9.69<28.10.69>6.1.70 UK 15w3;
1.11.69<13.12.69>31.1.70 D 15w9;
16.12.69<17.-24.3.70>14.4.70 USA 18w7;
sowie 1988: 30.8.88<20.-27.9.88>13.12.88
UK 14w1);
I: Neil Diamond
(*24.1.1941 New York-Brooklyn-NY/USA), 1970
(3.11.70<15.-22.12.70>12.1.71 USA 11w20);
I: Olivia Newton-John
(*26.9.1948 Cambridge-CAM/UK;
†8.8.2022 Santa Ynez Valley-CA/USA angeblich durch Krebs), 1975;
(B-Seite von Let it shine: 2.12.75<13.-20.1.76>27.1.76 USA 9w30)
urheberrechtlich geschützt vermutlich bis 31.12.2160;
Angaben ohne Gewähr
***
Mein Bruder ist ein Maler
{Schlager, interpretiert von Udo Jürgens}
(Text vermutlich von Wolfgang HOFER, EA 1977;
unter Mitwirkung und vertont vermutlich von Udo JÜRGENS;
urheberrechtlich geschützt vermutlich bis 31.12.2120c;
Angaben ohne Gewähr)
***
Laß dich von niemandem „Bruder“ nennen,
solange er nicht das gleiche Elternhaus hat wie du.
(artur: Aphorismen eines Einsiedlers 1, 1997, Nr 685)
***
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#Eltern
incl.
vgl (neben den tags auf dieser Seite) auch → abstammen, angehören, Elternhaus, erziehen, Generation, lebenslang, lieben, sorgen, Verwandtschaft, Wurzel;
≠ Jugend, Kind
***
Haben Patriotismus und Rücksichtslosigkeit
die gleichen Eltern?
(artur: Aphorismen eines Einsiedlers 1, 1997, Nr 566)
***
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#Familie
incl.
vgl (neben den tags auf dieser Seite) auch → abstammen, angehören, Blut, Ehe, Ehefrau, Ehemann, Ehepaar, Elternhaus, Enkelkind, gehören, Gemeinschaft, Großeltern, Harmonie, Haus, Junge, Kind, Kirchengemeinde, mit, miteinander, Nest, Partnerschaft, umgeben, verbinden, Verwandtschaft, wir, Zuhause, zusammengehören;
≠ Fremde / Fremder
***
Vereine, Kirchen, Unternehmen, Staaten:
Organisationen statt Organismen;
wann wird das auch
für die Familien gelten?
(artur: Aphorismen eines Einsiedlers 1, 1997, Nr 176)
***
Der Pfarrer hatte recht:
Unter den Menschen
kannst du ohne den Acker
keinen Schatz erwerben.
(artur: Aphorismen eines Einsiedlers 1, 1997, Nr 650)
{vgl JESUS zu seinen Zuhörerinnen und Zuhörern; in:
Lutherbibel, 1912, Matthäus 13:44}
***
Diese Zahncreme
gibt der Zahnarzt seiner Familie,
um wenigstens im Kreise
seiner Angehörigen
treue Patienten zu finden?
(artur: Aphorismen eines Einsiedlers 1, 1997, Nr 905)
***
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#gebären
incl. geboren, Geburt
vgl (neben den tags auf dieser Seite) auch → abstammen, angehören, Elternhaus, Geburtstag, Kind, Muttertag, Nest, pflegen, sorgen, Verwandtschaft, Weihnachten, werfen;
≠ sterben, Tod
***
Jesus antwortete:
„Wahrlich, wahrlich ich sage dir:
Es sei denn,
daß jemand geboren werde
aus Wasser und Geist,
so{nst} kann er nicht
in das Reich Gottes kommen.“
(JESUS in der Nacht zum hochrangigen Pharisäer Nikodemus,
wiedergegeben durch den Evangelisten JOHANNES; in:
Lutherbibel, 1912, Johannes 3:5)
{Glosse: vgl → KalenderQouz zum 2.3.2025}
***
Sehnsucht gebiert Enttäuschung.
(artur: Aphorismen eines Einsiedlers 1, 1997, Nr 260)
***
Karl Kraus hatte das
Glück,
nach dem Tode Heinrich
Heines
geboren zu werden.
So konnte er diesen ohne Gegenwehr
verspotten und sich für geistreicher halten.
Wie geistreich muß erst ein Mensch sein,
der nach dem Tode von Karl
Kraus
geboren worden ist!
(artur: Aphorismen eines Einsiedlers 1, 1997, Nr 612)
***
Es ist die Tragik von Gesetzen,
Richten zu gebären
und Heucheln
und Verzweifeln
und zuweilen Henken.
(artur: Aphorismen eines Einsiedlers 1, 1997, Nr 778)
***
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#Leibesfrucht
incl.
vgl (neben den tags auf dieser Seite) auch → Kind, Leib;
≠
***
Siehe,
Kinder sind eine Gabe des HERRN,
und Leibesfrucht ist ein Geschenk.
(König SALOMO; in:
Lutherbibel, 1912, Psalm 127:3)
***
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#Mutter
incl. Mama, Mutterleib, Mutterliebe, Mutti
vgl (neben den tags auf dieser Seite) auch → abstammen, angehören, Elternhaus, erziehen, Geburtstag, lieben, Muttertag, Nest, pflegen, sorgen, Verwandtschaft;
≠ Kind
***
Er{, der HERR,}
wird seine Herde weiden
wie ein Hirte;
er wird die Lämmer
in seine Arme sammeln
und in seinem Busen tragen
und die Schafmütter führen.
(Prophet JESAJA; in:
Lutherbibel, 1912, Jesaja 40:11)
{Glosse: vgl → KalenderQouz zum 13.2.2023}
***
{49:15} „Kann auch eine Frau
ihres Kindleins vergessen,
daß sie sich nicht erbarme
über den Sohn ihres Leibes?
Und ob sie desselben vergäße,
so will ich doch dein nicht vergessen.
{49:16} Siehe,
in die Hände
habe ich dich gezeichnet; {...}.“
(GOTT der HERR zu Zion,
wiedergegeben durch den Propheten JESAJA; in:
Lutherbibel, 1912, aus Jesaja 49:15-16)
{Glosse: vgl → KalenderQouz zum 18.2.2023}
***
{50:24} Nun danket alle Gott,
der große Dinge tut
an allen Enden;
der uns von Mutterleib an
lebendig erhält
und tut uns alles Gute.
{50:25} Er gebe uns ein fröhlich’ Herz
und verleihe immerdar Frieden
zu unsrer Zeit in Israel
{50:26} und daß seine Gnade stets bei uns bleibe,
und erlöse uns,
daß wir leben.
(JESUS SIRACH d. Ä.; in:
Lutherbibel, 1912, vgl Sirach 50:24-26)
{Glosse: vgl → KalenderQouz zum 1.2.2023}
***
{10:29} Jesus antwortete und sprach:
„Wahrlich, ich sage euch:
Es ist niemand,
so er verläßt Haus
oder Brüder oder Schwestern,
oder Vater oder Mutter,
oder Weib oder Kinder,
oder Äcker
um meinetwillen
und um des Evangeliums willen,
{10:30} der nicht 100fältig empfange:
jetzt in dieser Zeit
Häuser
und Brüder und Schwestern
und Mütter und Kinder
und Äcker
mitten unter Verfolgungen;
und in der zukünftigen Welt das ewige Leben.“
(JESUS zu seinen Jüngern
nach der Begegnung mit dem reichen Jüngling,
wiedergegeben durch den Evangelisten MARKUS; in:
Lutherbibel, 1912, Markus 10:29-30)
{Glosse: vgl → KalenderQouz zum 10.2.2024}
***
Selbstgeständnis
Ich bin meiner Mutter einzig’ Kind,
und weil die andern ausblieben sind,
was weiß ich wieviel, die sechs oder sieben,
ist* eben alles an mir hängenblieben;
ich hab’ müssen die Liebe, die Treue, die Güte
für ein ganz halb Dutzend allein aufessen,
ich will's mein Lebtag nicht vergessen.
Es hätte mir aber noch wohl mögen frommen,
hätt’ ich nur auch Schläg’ für sechse bekommen.
(Eduard MÖRIKE; *1837; EA 1838 in: Gedichte, 1. Aufl., S. 222)
{* noch in den ersten beiden Auflagen, 1838 und 1848, am Versanfang mit „so ist“;
in der 4. Auflage, 1867, und in den gesammelten Schriften, 1878, ohne „so“,
was der Verslänge besser entspräche, wenn sich der Dichter in diesem Gedicht
um Verskongruenz bemüht hätte.
Angeblich hatte Eduard Mörike 12 Geschwister.}
***
Mutterliebe
1.
Wenn du noch eine Mutter hast,
so danke Gott und sei zufrieden;
nicht jedem auf der Erde Rund
ist dieses hohe Glück beschieden.
2.
Wenn du noch eine Mutter hast,
so sollst du sie in Liebe pflegen,
daß sie dereinst ihr müdes Haupt
in Frieden kann zur Ruhe legen.
3.
Denn was du bist, bist du durch sie;
sie ist dein Sein, sie ist dein Werden,
sie ist dein allerhöchstes Gut,
sie ist dein größter Schatz auf Erden.
4.
Des Vaters Wort ist ernst und streng,
die Mutter mildert’s wieder.
Des Vaters Segen baut das Haus,
der Fluch der Mutter reißt es nieder.
5.
Sie hat von ersten Tage an
für dich gelebt mit bangem* Sorgen;
sie brachte abends dich zur Ruh’
und weckte küssend dich am Morgen.
6.
Und warst du krank, sie pflegte dein,
den sie im tiefsten Schmerz geboren;
und gaben alle dich schon auf,
die Mutter gab dich nie verloren.
7.
Sie lehrte dich den frommen Spruch,
sie lehrte dich zuerst das Reden;
sie faltete die Hände dein
und lehrte dich zum Vater beten.
8.
Sie lenkte deinen Kindersinn,
sie wachte über deine Jugend;
der Mutter danke es allein,
wenn du noch gehst den Pfad der Tugend.
9.
Wie oft hat nicht die treue Hand
auf deinem Lockenhaupt gelegen;
wie oft hat nicht ihr frommes Herz
für dich gefleht um Gottes Segen.
10.
Und hättest du die Lieb' verkannt,
belohnt mit Undank ihre Treue:
Das Mutterherz verzieh dir stets,
umfaßt' mit Liebe dich aufs neue.
11.
Und hast du keine Mutter mehr
und kannst du sie nicht mehr beglücken,
so kannst du doch ihr frühes Grab
mit frischen Blumenkränzen schmücken.
12.
Ein Muttergrab, ein heil’ges Grab,
für dich der Sehnsucht teure Stätte;
oh, flüchte dich an diesen Ort,
wenn je dich beugt der Trübsal Kette!
(Friedrich Wilhelm KAULISCH, *1851, EA 1866;
da das Original im Internet zur Zeit nicht verfügbar ist,
wurden die bearbeiteten heutigen Druckfehlerversionen
korrigiert mit Hilfe von: Karl MAY: Das Buch der Liebe,
(F. L. Müchmeyer) Dresden 1876, S. 95-102,
* dort: bangen Sorgen)
***
Mutterns Hände
1.
Hast uns Stulln jeschnitten
un Kaffe jekocht
un de Töppe rübajeschohm –
un jewischt und jenäht
un jemacht und jedreht ...
alles mit deine Hände.
2.
Hast de Milch zujedeckt,
uns Bobongs zujesteckt
un Zeitungen ausjetragen –
hast die Hemden jezählt
und Kartoffeln jeschält ...
alles mit deine Hände.
3.
Hast uns manches Mal
bei jroßen Schkandal
auch 'n Katzenkopp jejeben.
Hast uns hochjebracht.
Wir wahn Sticker acht,
sechse sind noch am Leben ...
Alles mit deine Hände.
4.
Heiß warn se un kalt.
Nu sind se alt.
Nu bist du bald am Ende.
Da steh’n wa nu hier,
und denn komm wir bei dir
und streicheln deine Hände.
(Kurt TUCHOLSKY;
EA in: „Arbeiter Illustrierte Zeitung“, 8. Jg. (1929), Nr. 30 (28.7.1929 interpoliert), S. 8)
***
Mama, hol den Hammer
{Schlager, interpretiert von Ralf Bendix}
(Text vermutlich von Walter BISHOP, Sr.:
Mama, get the Hammer, there's a Fly on Papa's Head, EA vermutlich 1961;
deutsche Nachdichtung vermutlich von Hans BRADTKE, EA 1961;
vertont vermutlich von Frank DAVIS;
urheberrechtlich geschützt vermutlich bis 31.12.2067;
Angaben ohne Gewähr)
***
Seele, vergiß nicht
Die Mutter hat gesät,
der Sohn geerntet.
(artur: Aphorismen eines Einsiedlers 1, 1997, Nr 752)
***
Nachtgeschenk
Wie harmlos es ist,
wenn aus des Nachbars Kamin
der Rauch in die Schlafzimmer dringt
und durch Nasen in Köpfe sinkt
und am Morgen nach dieser Nacht
das Asthma den Kopfschmerz anlacht
und der Sohn in der Schule versagt
und die Mutter einen Unfall beklagt
und der Vater als Maschinist
eine Kleinigkeit vergißt. –
Wie harmlos das ist!
(artur: Aphorismen eines Einsiedlers 1, 1997, Nr 983)
***
___________________________________
#niederkommen
incl.
vgl (neben den tags auf dieser Seite) auch → abstammen, angehören, Elternhaus, Geburtstag, Kind, Muttertag, Nest, pflegen, sorgen, Verwandtschaft, Weihnachten, werfen;
≠ sterben, Tod
***
Es ist das Glück der Liebe,
mit Samaritern niederzukommen
und mit Herbergswirten
und mit Nächsten.
(artur: Aphorismen eines Einsiedlers 1, 1997, Nr 779)
***
#Schwester (div.)
incl.
vgl (neben den tags auf dieser Seite) auch → angehören, Kirchengemeinde, Mitmensch, Orden, pflegen, verbinden, Verwandtschaft;
≠ Fremde / Fremder
***
{10:29} Jesus antwortete und sprach:
„Wahrlich, ich sage euch:
Es ist niemand,
so er verläßt Haus
oder Brüder oder Schwestern,
oder Vater oder Mutter,
oder Weib oder Kinder,
oder Äcker
um meinetwillen
und um des Evangeliums willen,
{10:30} der nicht 100fältig empfange:
jetzt in dieser Zeit
Häuser
und Brüder und Schwestern
und Mütter und Kinder
und Äcker
mitten unter Verfolgungen;
und in der zukünftigen Welt das ewige Leben.“
(JESUS zu seinen Jüngern
nach der Begegnung mit dem reichen Jüngling,
wiedergegeben durch den Evangelisten MARKUS; in:
Lutherbibel, 1912, Markus 10:29-30)
{Glosse: vgl → KalenderQouz zum 10.2.2024}
***
Haben wir nicht auch Macht,
eine Schwester zum Weibe mit umherzuführen
wie die andern Apostel
und des HErrn Brüder und Kephas?
(PAULUS an die Christen zu Korinth = Korinthos-J/GR; in:
Lutherbibel, 1912, 1. Korinther 9:12)
***
___________________________________
#Sohn
incl.
vgl (neben den tags auf dieser Seite) auch → abstammen, angehören, Junge, Kind, Kronprinz, Mann (Geschlecht), Verwandtschaft;
≠ Elternhaus, prägen
***
{49:15} „Kann auch eine Frau
ihres Kindleins vergessen,
daß sie sich nicht erbarme
über den Sohn ihres Leibes?
Und ob sie desselben vergäße,
so will ich doch dein nicht vergessen.
{49:16} Siehe,
in die Hände
habe ich dich gezeichnet; {...}.“
(GOTT der HERR zu Zion,
wiedergegeben durch den Propheten JESAJA; in:
Lutherbibel, 1912, aus Jesaja 49:15-16)
{Glosse: vgl → KalenderQouz zum 18.2.2023}
***
Des Menschen Sohn ist gekommen,
ißt und trinkt;
so sagen sie:
»Siehe, wie ist der Mensch
ein Fresser und ein Weinsäufer,
der Zöllner und der Sünder
Geselle!« {...}
(JESUS zu dem Volk,
wiedergegeben durch den Evangelisten MATTHÄUS; in:
Lutherbibel, 1912, aus Matthäus 11:19)
{Glosse: vgl → KalenderQouz zum 3.2.2026}
***
{15:23} »{...}; lasset uns essen
und fröhlich sein!
{15:24} Denn dieser mein Sohn war
tot
und ist wieder
lebendig geworden;
er war verloren
und ist gefunden worden.«
(Der Vater zu seinen Knechten vor Freude
über seinen zurückgekehrten Sohn,
erzählt von JESU im Gleichnis vom verlorenen
Sohn,
wiedergegeben durch den Evangelisten LUKAS
in seinem Bericht an Theophilus; in:
Lutherbibel, 1912, aus Lukas 15:23-24)
{Glosse: vgl → KalenderQouz zum 26.1.2023}
***
„So seid nun wach allezeit
und betet,
daß ihr würdig werden möget,
zu entfliehen diesem allem,
das geschehen soll,
und zu stehen
vor des Menschen Sohn.“
(JESUS vermutlich im Tempel von Jerusalem-JM/IL
über die Erwartung des Tages der Erlösung,
wiedergegeben durch den Evangelisten LUKAS
in dessen Bericht an Theophilus; in:
Lutherbibel, 1912, Lukas 21:36)
{Glosse: vgl → KalenderQouz zum 31.1.2025}
***
{8:34} Jesus antwortete ihnen
und sprach:
„Wahrlich, wahrlich ich sage euch:
Wer Sünde tut,
der ist der Sünde Knecht.
{8:35} Der Knecht aber bleibt
nicht ewiglich im Hause;
der Sohn bleibt ewiglich.
{8:36} So euch nun der Sohn frei macht,
so seid ihr recht frei.“
(JESUS vermutlich im Tempel von Jerusalem-JM/IL
angeblich zu den Juden, die an ihn
glaubten,
wiedergegeben durch den Evangelisten JOHANNES; in:
Lutherbibel, 1912, Johannes 8:34-36)
{Glosse: vgl → KalenderQouz zum 11.2.2023}
***
So wir aber im Licht wandeln,
wie er{, Gott,} im Licht ist,
so haben wir Gemeinschaft
untereinander,
und das Blut Jesu Christi,
seines Sohnes,
macht uns rein von aller Sünde.
(JOHANNES, der Apostel, in seinem Brief; in:
Lutherbibel, 1912, 1. Johannes 1:7)
{Glosse: vgl → KalenderQouz zum 11.2.2025}
***
An meinen Sohn Johannes 1799
____________
Gold und Silber habe ich nicht;
was ich aber habe, gebe ich dir.
____________
Lieber Johannes!
Die Zeit kommt allgemach heran, daß ich den Weg gehen muß, den man nicht wiederkömmt. Ich kann Dich nicht
mitnehmen; und lasse Dich in einer Welt zurück, wo guter Rat nicht überflüssig ist.
Niemand ist weise von Mutterleibe an; Zeit und Erfahrung lehren hier und fegen die
Tenne.
Ich habe die Welt länger gesehen als Du. {7.78||7.79}
Es ist nicht alles Gold, lieber Sohn, was glänzet, und ich habe manchen Stern vom Himmel
fallen und manchen Stab, auf den man sich verließ, brechen sehen.
Darum will ich Dir einigen Rat geben und Dir sagen, was ich funden habe und was die Zeit mich gelehret
hat.
____________
Es ist nichts groß, was nicht gut ist; und ist nichts wahr, was nicht
bestehet.
Der Mensch ist hier nicht zu Hause, und er geht hier nicht von ungefähr in dem schlechten Rock
umher. Denn siehe nur, alle andren Dinge hier, mit und neben ihm, sind und gehen dahin, ohne es zu wissen; der Mensch ist sich bewußt und wie eine
hohe bleibende Wand, an der die Schatten vorübergehen. Alle Dinge mit und neben ihm gehen dahin, einer fremden Willkür und Macht unterworfen; er ist
sich selbst anvertraut und trägt sein Leben in seiner Hand.
Und es ist nicht für ihn gleichgültig, ob er rechts oder links gehe.
Laß Dir nicht weismachen, daß er sich raten könne und selbst seinen Weg wisse.
Diese Welt ist für ihn zu wenig, und die unsichtbare siehet er nicht und kennet sie
nicht.
Spare Dir denn vergebliche Mühe, und tue Dir kein Leid, und besinne Dich
Dein. {7.79||7.80}
Halte Dich zu gut, Böses zu tun.
Hänge Dein Herz an kein vergänglich’ Ding.
Die Wahrheit richtet sich nicht nach uns, lieber Sohn, sondern wir müssen uns nach ihr
richten.
Was Du sehen kannst, das siehe, und brauche Deine Augen, und über das Unsichtbare und Ewige halte Dich an
Gottes Wort.
Bleibe der Religion Deiner Väter getreu, und hasse die theologischen
Kannengießer.
Scheue niemand so viel als Dich selbst. Inwendig in uns wohnet der Richter, der
nicht trügt und an dessen Stimme uns mehr gelegen ist als an dem Beifall der ganzen Welt und der Weisheit der Griechen und Ägypter. Nimm es Dir vor, Sohn, nicht wider seine
Stimme zu tun; und was Du sinnest und vorhast, schlage zuvor an Deine Stirne und frage ihn um Rat. Er spricht anfangs nur leise und stammelt wie ein
unschuldiges Kind; doch, wenn Du seine Unschuld ehrst, löset er gemach seine Zunge und wird Dir vernehmlicher sprechen.
Lerne gerne von andern, und wo von Weisheit, Menschenglück, Licht, Freiheit, Tugend etc. geredet
wird; da höre fleißig zu. Doch traue nicht flugs und allerdings, denn die Wolken haben nicht alle Wasser, und es gibt mancherlei
Weise. Sie meinen auch, daß sie die Sache hätten, wenn sie davon reden können und davon reden. Das ist aber nicht, Sohn. Man
hat darum die Sache nicht, daß man davon reden kann und davon redet. Worte sind nur Worte, und wo sie so gar leicht und behende {7.80||7.81} dahinfahren, da sei auf Deiner Hut, denn die Pferde, die den Wagen mit Gütern hinter sich haben,
gehen langsameren Schrittes.
Erwarte nichts vom Treiben und den Treibern; und wo Geräusch auf der Gassen ist,
da gehe fürbaß.
Wenn Dich jemand will Weisheit lehren, so siehe in sein Angesicht. Dünket er sich
noch – und sei er noch so gelehrt und noch so berühmt –, laß ihn und gehe seiner Kundschaft müßig. Was einer nicht hat, das kann er auch nicht geben.
Und der ist nicht frei, der da will tun können, was er will, sondern der ist frei, der da wollen kann, was er tun soll. Und der ist nicht weise, der sich dünket, daß er
wisse; sondern der ist weise, der seiner Unwissenheit innegeworden und durch die Sache des Dünkels genesen ist.
Was im Hirn ist, das ist im Hirn; und Existenz ist die erste aller
Eigenschaften.
Wenn es Dir um Weisheit zu tun ist; so suche sie und nicht das Deine, und brich
Deinen Willen und erwarte geduldig die Folgen.
Denke oft an heilige Dinge, und sei gewiß, daß es nicht ohne Vorteil für Dich abgehe und der Sauerteig
den ganzen Teig durchsäuere.
Verachte keine Religion, denn sie ist dem Geist gemeint, und Du weißt nicht, was unter unansehnlichen
Bildern verborgen sein könne.
Es ist leicht zu verachten, Sohn; und verstehen ist viel
besser.
Lehre nicht andre, bis Du selbst gelehrt bist.
Nimm Dich der Wahrheit an, wenn Du kannst, {7.81||7.82} und laß Dich gerne ihretwegen hassen; doch wisse, daß Deine
Sache nicht die Sache der Wahrheit ist, und hüte, daß sie nicht ineinanderfließen, sonst hast Du Deinen Lohn dahin.
Tue das Gute vor Dich hin, und bekümmre Dich nicht, was daraus werden
wird.
Wolle nur einerlei, und das wolle von Herzen.
____________
Sorge für Deinen Leib, doch nicht so, als wenn er Deine Seele
wäre.
Gehorche der Obrigkeit, und laß die andern über sie streiten.
Sei rechtschaffen gegen jedermann, doch vertraue Dich
schwerlich.
Mische Dich nicht in fremde Dinge, aber die Deinigen tue mit
Fleiß.
Schmeichle niemand, und laß Dir nicht schmeicheln.
Ehre einen jeden nach seinem Stande, und laß ihn sich schämen, wenn er's nicht
verdient.
Werde niemand nichts schuldig; doch sei zuvorkommend, als ob sie alle Deine
Gläubiger wären.
Wolle nicht immer großmütig sein, aber gerecht sei immer.
Mache niemandem graue Haare, doch wenn Du recht tust, hast Du um die Haare nicht zu
sorgen.
Mißtraue der Gestikulation, und gebärde Dich schlecht und
recht.
Hilf und gib gerne, wenn Du hast, und dünke Dir darum nicht mehr; und wenn Du
nicht hast, so {7.82||7.83} habe den Trunk kalten Wassers zur Hand, und dünke
Dir darum nicht weniger.
Tue keinem Mädchen Leides, und denke, daß Deine Mutter auch ein Mädchen gewesen
ist.
Sage nicht alles, was Du weißt, aber wisse immer, was Du
sagest.
Hänge Dich an keinen Großen.
Sitze nicht, wo die Spötter sitzen, denn sie sind die elendesten unter allen
Kreaturen.
Nicht die frömmelnden, aber die frommen Menschen achte, und gehe ihnen nach. Ein
Mensch, der wahre Gottesfurcht im Herzen hat, ist wie die Sonne, die da scheinet und wärmt, wenn sie auch nicht redet.
Tue was des Lohnes wert ist, und begehre keinen.
Wenn Du Not hast, so klage sie Dir und keinem andern.
Habe immer etwas Gutes im Sinn.
____________
Wenn ich gestorben bin, so drücke mir die Augen zu, und beweine mich
nicht.
Stehe Deiner Mutter bei, und ehre sie, solange sie lebt, und begrabe sie neben
mir.
Und sinne täglich nach über Tod und Leben, ob Du es finden möchtest, und habe einen freudigen
Mut; und gehe nicht aus der Welt, ohne Deine Liebe und Ehrfurcht für den Stifter des Christentums durch irgend etwas öffentlich bezeuget zu
haben.
Dein treuer Vater.
Matthias CLAUDIUS
(*15.8.1740 Reinfeld-OD;
†21.1.1815 Hamburg-HH)
*24.3.1799c, da Johannes Claudius Ostern 1799 das Elternhaus verließ;
EA: Einzeldruck 1799c;
hier nach der 2. Ausgabe in:
Matthias CLAUDIUS: ASMUS omnia sua SECUM portans, oder Sämmtliche Werke des Wandsbecker Bothen, 7. Teil,
(Selbstverlag) Wandsbek 1802 [recte Sommer 1803],
Seiten 7.78-7.83, an die undeformierte deutsche Rechtschreibung angepaßt
Zur Originalschreibweise:
https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:De_AOSSP_7#/media/File:De_AOSSP_VII_092.jpg
https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:De_AOSSP_7#/media/File:De_AOSSP_VII_093.jpg
https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:De_AOSSP_7#/media/File:De_AOSSP_VII_094.jpg
https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:De_AOSSP_7#/media/File:De_AOSSP_VII_095.jpg
https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:De_AOSSP_7#/media/File:De_AOSSP_VII_096.jpg
https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:De_AOSSP_7#/media/File:De_AOSSP_VII_097.jpg
{Lieber Bothe,
was ist Euch da gelungen! Mir ist’s eines der wertvollsten Prosa-Stücke deutschsprachiger
Dichtung. Und so muß Dichtung sein: wie eine Quelle, die den Wanderer bei jedem Besuch mit frischem Wasser erquickt. Wer kann heute noch solche Briefe schreiben? Und dann Eure Sprache! Da scheppert nichts, sondern es klingt – wie bedächtige Schritte. Und irgendwie
bleiben wohl Samenkörner am Schuhwerk des Wanderers hängen, und etliche von ihnen gehen auf, doch der Wanderer hat längst vergessen, woher sie kamen. Verzeiht mir, lieber Bothe, hier und da versuch’ ich ja, zu kennzeichnen, daß etwas nicht auf
meinem Mist gewachsen ist; aber Eure Worte sind mir zu Sprichworten geworden, als wär’s ein Schatz aus der Zeit der Alten, deren
oberster Wunsch war: die ewige Herrlichkeit. Dieser Wunsch klingt auch in Eurem Brief an; und was könnte ein Vater Besseres für seine Kinder wünschen! Allein – wenn’s schon
die Menschen so handhaben, wieviel mehr wird’s unser Himmlischer Vater tun! Der liebe Gott
behüte – uns, unsere Nächsten, alle Menschen! Er wird’s auch tun; denn Gott ist die
Liebe! Und die ist allmächtig! Danke. Und der liebe Gott
vergelt’s Euch mit Freude und – Weitermachen. ADJes! KalenderQouz, *22.11.2023}
***
Seele, vergiß nicht
Die Mutter hat gesät,
der Sohn geerntet.
(artur: Aphorismen eines Einsiedlers 1, 1997, Nr 752)
***
Nachtgeschenk
Wie harmlos es ist,
wenn aus des Nachbars Kamin
der Rauch in die Schlafzimmer dringt
und durch Nasen in Köpfe sinkt
und am Morgen nach dieser Nacht
das Asthma den Kopfschmerz anlacht
und der Sohn in der Schule versagt
und die Mutter einen Unfall beklagt
und der Vater als Maschinist
eine Kleinigkeit vergißt. –
Wie harmlos das ist!
(artur: Aphorismen eines Einsiedlers 1, 1997, Nr 983)
***
___________________________________
#Tochter
incl.
vgl (neben den tags auf dieser Seite) auch → abstammen, angehören, Frau (≈ Ehefrau), Frau (Geschlecht), gebären, Kind, Kronprinzessin, Mädchen, niederkommen, Verwandtschaft;
≠ Elternhaus,
prägen
***
{2:36} Und es war eine Prophetin,
Hanna,
eine Tochter Phanuels,
vom Geschlecht Asser;
die war wohl betagt
und hatte gelebt 7 Jahre mit ihrem Manne
nach ihrer Jungfrauschaft
{2:37} und war nun eine Witwe bei 84
Jahren;
die kam nimmer vom Tempel,
diente Gott mit Fasten und
Beten
Tag und Nacht.
(Der Evangelist LUKAS
in seinem Bericht an Theophilus
über die Darstellung des Knäbleins Jesus
im Tempel zu Jerusalem-JM/IL; in:
Lutherbibel, 1912, Lukas 2:36-37)
{Glosse: vgl → KalenderQouz zum 14.2.2024}
***
___________________________________
#Vater
incl. Hausvater, Papa
vgl (neben den tags auf dieser Seite) auch → Abraham / Abram, abstammen, angehören, Elternhaus, erziehen, Gott, Josef / Joseph, Mann (≈ Ehemann), Mann (Geschlecht), sorgen, Verwandtschaft;
≠ Fremde / Fremder, Kind
***
Ich bin dein Pilgrim
und dein Bürger
wie alle meine Väter.
(König DAVID; in:
Lutherbibel, 1912, aus Psalm 39:13)
***
Wie sich ein Vater über Kinder erbarmt,
so erbarmt sich der HERR
über die,
so ihn {ehr}fürchten.
(König DAVID; in:
Lutherbibel, 1912, Psalm 103:13)
***
Haben wir nicht alle ein{ und denselb}en Vater?
Hat uns nicht ein {und derselbe} Gott geschaffen?
Warum verachten wir denn einer den andern
und entheiligen den Bund,
mit unsern Vätern gemacht?
(MALEACHI; in:
Lutherbibel, 1912, Maleachi 2:10)
***
Alsbald verließen sie das Schiff
und ihren Vater
und folgten ihm{, Jesu,} nach.
(Die Reaktion der beiden Söhne des Fischers Zebedäus,
Jakobus und Johannes,
auf Jesu Ruf,
wiedergegeben durch den Evangelisten MATTHÄUS; in:
Lutherbibel, 1912, Matthäus 4:22)
{Glosse: vgl → KalenderQouz zum 27.2.2026}
***
Darum sollt {und dürft} ihr also
beten:
Unser Vater in dem Himmel!
Dein Name
werde geheiligt.
(JESUS lehrt während seiner Bergpredigt
seine Jüngerinnen und Jünger und viel Volks
das Vaterunser,
wiedergegeben durch den Evangelisten MATTHÄUS; in:
Lutherbibel, 1912, Matthäus 6:9)
{Glosse: vgl → KalenderQouz zum 24.1.2026}
***
„Da traten die Knechte zu dem Hausvater
und sprachen:
»Herr,
hast du nicht guten Samen
auf deinen Acker gesät?
Woher hat er denn
das Unkraut?«“
(JESUS am Meer
in seinem Gleichnis vom Unkraut im Weizen,
wiedergegeben durch den Evangelisten MATTHÄUS; in:
Lutherbibel, 1912, Matthäus 13:27)
{Glosse: vgl → KalenderQouz zum 23.10.2024}
{Glosse: vgl → KalenderQouz zum 19.2.2026}
***
{10:29} Jesus antwortete und sprach:
„Wahrlich, ich sage euch:
Es ist niemand,
so er verläßt Haus
oder Brüder oder Schwestern,
oder Vater oder Mutter,
oder Weib oder Kinder,
oder Äcker
um meinetwillen
und um des Evangeliums willen,
{10:30} der nicht 100fältig empfange:
jetzt in dieser Zeit
Häuser
und Brüder und Schwestern
und Mütter und Kinder
und Äcker
mitten unter Verfolgungen;
und in der zukünftigen Welt das ewige Leben.“
(JESUS zu seinen Jüngern
nach der Begegnung mit dem reichen Jüngling,
wiedergegeben durch den Evangelisten MARKUS; in:
Lutherbibel, 1912, Markus 10:29-30)
{Glosse: vgl → KalenderQouz zum 10.2.2024}
***
„Und wenn ihr stehet und betet,
so vergebet,
wo ihr etwas wider jemanden habt,
auf daß auch euer Vater im Himmel
euch vergebe eure Fehler.“
(JESUS zu seinen 12 Jüngern,
anscheinend auf dem Weg von Bethanien-JEM/PS
nach Jerusalem-JM/IL,
wiedergegeben durch den Evangelisten MARKUS; in:
Lutherbibel, 1912, aus Markus 11:25)
{Glosse: vgl → KalenderQouz zum 13.2.2025}
***
„Darum seid barmherzig,
wie auch euer Vater
barmherzig ist.“
(JESUS predigt auf einem Feld einer großen Volksmenge
von allem jüdischen Lande und Jerusalem-JL/IL
und Tyrus = Tyros-JA/RL und Sidon-JA/RL,
wiedergegeben durch den Evangelisten LUKAS
in dessen Bericht an Theophilus; in:
Lutherbibel, 1912, Lukas 6:36)
{Glosse: vgl → KalenderQouz zum 22.2.2025}
***
{22:41} Und er{, Jesus,) riß sich von ihnen {den 11
Aposteln}
einen Steinwurf weit und
kniete nieder, betete
{22:42} und sprach:
„Vater, willst du,
so nehme diesen Kelch von mir,
doch nicht mein,
sondern dein Wille geschehe!“
{22:43} Es erschien ihm aber ein Engel vom Himmel
und stärkte ihn.
(Evangelist LUKAS über die Stärkung Jesu im Garten
Gethsemane
in der Nacht der Gefangennahme,
in seinem Bericht an Theophilus; in:
Lutherbibel, 1912, Lukas 22:41-43)
{Glosse: vgl → KalenderQouz zum 4.3.2024}
***
Jesus aber sprach:
„Vater, vergib ihnen;
denn sie wissen nicht,
was sie tun!“ {...}
(JESUS betet am Kreuz auf Golgatha
in Jerusalem-JM/IL für diejenigen,
die für seine Kreuzigung verantwortlich sind,
wiedergegeben durch den Evangelisten LUKAS
in dessen Bericht an Theophilus; in:
Lutherbibel, 1912, aus Lukas 23:34)
{Glosse: vgl → KalenderQouz zum 25.1.2024}
***
Jesus spricht zu ihm{, Thomas}:
„Ich bin der Weg
und die Wahrheit
und das Leben;
niemand kommt zum Vater
denn durch mich.“
(JESUS beim letzten Abendmahl
zu seinem Jünger Thomas,
wiedergegeben durch den Evangelisten JOHANNES; in:
Lutherbibel, 1912, Johannes 14:6)
{Glosse: vgl → KalenderQouz zum 9.3.2025}
***
{17:20} „Ich bitte aber nicht allein für sie,
sondern auch für die,
so durch ihr Wort
an mich glauben werden,
{17:21} auf daß sie alle eins seien,
gleichwie du,
Vater,
in mir
und ich in dir;
daß auch sie in uns eins seien, {....}.“
(JESUS im hohenpriesterlichen Gebet
vor seiner Gefangennahme,
wiedergegeben durch den Evangelisten JOHANNES; in:
Lutherbibel, 1912, aus Johannes 17:20-21)
{Glosse: vgl → KalenderQouz zum 23.1.2023}
***
„Vater,
ich will,
daß, wo ich bin,
auch die bei mir seien,
die du mir gegeben hast,
daß sie meine Herrlichkeit sehen,
die du mir gegeben hast; {...}.“
(JESUS im hohepriesterlichen Gebet
vor seiner Gefangennahme,
wiedergegeben durch den Evangelisten JOHANNES; in:
Lutherbibel, 1912, aus Johannes 17:24)
{Glosse: vgl → KalenderQouz zum 26.2.2024}
***
Denn ihr habt nicht
einen knechtischen Geist empfangen,
daß ihr euch abermals fürchten müßtet;
sondern ihr habt
einen kindlichen Geist empfangen,
durch welchen wir rufen:
»Abba, lieber Vater!«
(PAULUS, ein Apostel Jesu Christi,
in seinem Brief an die Christen zu Rom = Roma-RM/I; in:
Lutherbibel, 1912, Römer 8:15)
{Glosse: vgl → KalenderQouz zum 25.2.2023}
***
Habt nicht lieb die Welt
noch was in der Welt ist.
So jemand die Welt liebhat,
in dem ist nicht
die Liebe des Vaters.
(JOHANNES, der Apostel, in seinem Brief; in:
Lutherbibel, 1912, 1. Johannes 2:15)
{Glosse: vgl → KalenderQouz zum 13.3.2025}
***
Bei dem Grabe meines Vaters
1
Friede sei um diesen Grabstein her!
Sanfter Friede Gottes! Ach, sie haben
einen guten Mann begraben,
und mir war er mehr;
2
träufte mir von Segen, dieser Mann,
wie ein milder Stern aus besser’n Welten!
Und ich kann's ihm nicht vergelten,
was er mir getan.
3
Er entschlief; sie gruben ihn hier ein.
Leiser, süßer Trost, von Gott gegeben,
und ein Ahnden von dem ew'gen Leben
düft‘ um sein Gebein!
4
Bis ihn Jesus Christus, groß und hehr!
freundlich wird erwecken – Ach, sie haben
einen guten Mann begraben,
und mir war er mehr.
*10.12.1773c;
EA in: Der Deutsche, sonst Wandsbecker Bothe,
3. Jahrgang (1773),
Nummer 199 vom 14.12.1773, Seite 4
Matthias CLAUDIUS
(*15.8.1740 Reinfeld-OD;
†21.1.1815 Hamburg-HH)
{Glosse: vgl → KalenderQouz zum
14.12.}
***
Ist auf deinem Psalter,
Vater der Liebe, ein Ton
unserm Ohre vernehmlich,
so erquick unser Herz,
so erquick unser Herz!
Öffne den umwölkten Blick
über die tausend Quellen
neben uns Durstenden
in der Wüste.
Ist auf deinem Psalter,
Vater der Liebe, ein Ton
unserm Ohre vernehmlich,
so erquick unser Herz,
so erquick unser Herz!
(vgl aus Harzreise im Winter, Gedicht-Strophe 7)
D: Johann Wolfgang von GOETHE
(*28.8.1749 Frankfurt am Main, Großer Hirschgraben;
†22.3.1832 Weimar-WE)
*19.11.-14./16.12.1777;
EA in: Johann Wolfgang von GOETHE:
Goethe's Schriften. Band 8,
(Verlag Georg Joachim Göschen) Leipzig-L 1789,
Seite 193-197
(Strophe 7 auf Seite 195;
dort: seinem Ohre - erquicke sein - neben
dem;
sowie großgeschriebene Versanfänge
und keine Vers-Wiederholungen)
https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Goethes_Schriften_8_1789_195.jpg
K: Johanns BRAHMS
(*7.5.1833 Hamburg-HH, Caffamacherreihe;
†3.4.1897 Wien-IV-Wieden/A, Karlsgasse 4, vermutlich durch Krebs)
Rhapsodie für eine Altstimme, Männerchor und Orchester op. 53 {Alt-Rhapsodie}
*Sommer 1869
UA: 3.3.1870 in Jena-J
EA: (Simrock'sche Verlagshandlung), Berlin-B
Juni 1870
https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/c/cc/Brahms_op53_Rhapsodie_Partitur.pdf
I: zB hr-Sinfonieorchester, Frankfurt am Main
& Collegium Vocale Gent
& Ann Hallenberg, Mezzosopran,
& Philippe Herreweghe, Dirigent,
Frankfurt am Main, Alte Oper, live am 25.10.2013:
https://www.youtube.com/watch?v=2JPOy3gF9Lw,
ab 7:00c}
***
Was du ererbt von deinen Vätern hast,
ist manches Gut, ist manche Last.
(artur: Aphorismen eines Einsiedlers 1, 1997, Nr 286)
***
Wie viele Kinder hätten leben können,
wenn ihre Tötung für die Väter
kein so einträgliches Geschäft
gewesen wäre?
(artur: Aphorismen eines Einsiedlers 1, 1997, 327)
***
Als er aus Eigennutz
sein Kind beseitigen ließ,
mußte er sein Einverständnis abgeben:
sich entsorgen zu lassen,
sobald er eine Belastung
für seine Umgebung sein werde.
(artur: Aphorismen eines Einsiedlers 1, 1997, Nr 328)
***
Nachtgeschenk
Wie harmlos es ist,
wenn aus des Nachbars Kamin
der Rauch in die Schlafzimmer dringt
und durch Nasen in Köpfe sinkt
und am Morgen nach dieser Nacht
das Asthma den Kopfschmerz anlacht
und der Sohn in der Schule versagt
und die Mutter einen Unfall beklagt
und der Vater als Maschinist
eine Kleinigkeit vergißt. –
Wie harmlos das ist!
(artur: Aphorismen eines Einsiedlers 1, 1997, Nr 983)
***
Du sprachst die Wahrheit!
Das ist mein Gedicht.
Warst manchem Menschen Narr
und bist uns allen Segen;
und gingst getrost mit seinem Kerzenlicht
dem Vater als sein Kind entgegen.
Ein Großer, Eitler kann das nicht.
Ich dank’ dir, Bothe,
du wärmendes Licht –
(artur: Aphorismen eines Einsiedlers 1, 1997, Nr 999)
***
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jüngstes Update:
15.6.2026
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